Staatsangehörigkeitsrecht

Grundsätzlich verliert ein deutscher Staatsbürger, der die Staatsbürgerschaft eines anderen Staates erwirbt, die deutsche Staatsbürgerschaft. Wenn Sie dies verhindern möchten und als Deutscher eine andere Staatsbürgerschaft erwerben und gleichzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft behalten möchten, benötigen Sie dazu eine Beibehaltungsgenehmigung, für die einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Besonders wichtig ist dabei zu beachten, dass die Beibehaltungsgenehmigung rechtzeitig gestellt und die notwendigen Nachweise erbracht werden.

Gerne stellen wir den Antrag für Sie bei der zuständigen Behörde und unterstützen Sie bei allen Fragen zu dem behördlichen Verfahren.

 

 

Grundsätzlich gilt in Deutschland das sog. Abstammungsprinzip. Dies bedeutet, dass Kinder in Deutschland mit Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, wenn mindestens ein Elternteil des Kindes deutscher Staatsangehöriger ist.

 

Seit dem Jahr 2000 gilt daneben in Deutschland auch das Geburtsortsprinzip, so dass auch Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt erhalten, wenn kein Elternteil deutscher Staatsangehöriger ist, jedoch mindestens ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mindestens seit acht Jahren seinen rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat (§ 4 Staatsangehörigkeitsgesetz). Im Jahr 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass auch ein zunächst befristeter Aufenthalt der Eltern (zu Studienzwecken) auf die Aufenthaltsdauer anzurechnen ist (zum Urteil). Grundsätzlich müssen sich diese Kinder mit 21 Jahren zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der Staatsbürgerschaft ihrer Eltern entscheiden. Von dieser Optionspflicht bestehen aber zahlreiche Ausnahmen, so dass viele Kinder auch nach dem 21. Lebensjahr zwei Staatsbürgerschaften behalten können. 

Ausländer, die gerne die deutsche Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung erwerben möchten, müssen grundsätzlich folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache

  • Abgabe einer Loyalitätserklärung

  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes

  • ausreichende finanzielle Mittel, um sich frei von staatlicher Unterstützung zu unterhalten

Doppelte Staatsbürgerschaft bei Einbürgerung

In Deutschland gilt der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit. Von diesem Grundsatz gibt es jedoch zahlreiche Ausnahmen, so dass es regelmäßig dazu kommt, dass die Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit erfolgt und die doppelte Staatsbürgerschaft zugelassen wird. Aus diesem Grund leben in Deutschland auch viele Millionen Mehrstaater.

Die doppelte Staatsbürgerschaft wird häufig mit vielen Vorteilen assoziiert. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die doppelte Staatsbürgerschaft auch zu großen Problemen führen kann. Mit der Staatsangehörigkeit sind nämlich stets nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden, z.B. die Erfüllung der Wehrpflicht. Das Völkerrecht gesteht den Staaten zu, jede Person, die die Staatsangehörigkeit eines Staates besitzt, so zu behandeln, als habe sie nur diese eine Staatsangehörigkeit, während die weitere Staatsangehörigkeit außer Acht bleibt.

Für viele Menschen überwiegen jedoch die Vorteile, die sich aus der doppelten Staatsbürgerschaft ergeben, da sie sich mit zwei Staaten verbunden fühlen und sich die daraus ergebenden Rechte und Pflichten gerne nutzen und erfüllen möchten.

Gerne prüfen wir für Sie Ihre Erfolgschancen bzgl. einer Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit und unterstützen Sie bei der Antragstellung.

Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft

Deutsche, die eine zweite Staatsbürgerschaft annehmen möchten